Stadionerweiterung in Miercurea Ciuc

In Miercurea Ciuc haben die Erweiterungsarbeiten an der Erőss Zsolt Aréna begonnen. In den kommenden zwölf Monaten soll zu der bereits 2017 fertiggestellten Haupttribüne nun auch eine Gegentribüne für 1.400 Zuschauer entstehen. Bisher befanden sich an dieser Seite lediglich einige Stufen. Die Kosten von rund drei Millionen Euro übernimmt der ungarische Staat. Der FK Csíkszereda wird seine Heimspiele auch während der Bauarbeiten weiter in dem Stadion austragen.

Anders als der benachbarte Erstligist Sepsi OSK Sepsiszentgyörgy (Sfântu Gheorghe) setzt der Drittligist FK Csíkszereda (Miercurea Ciuc) fast ausschließlich auf ethnisch ungarische Spieler. In Miercurea Ciuc befindet sich zudem der Hauptsitz der „Fußballakademie des Szeklerlandes“, welche mit Geldern aus Ungarn aufgebaut wurde und mit der Puskás Akademie in Felcsút kooperiert.

CSM Corona Brașov wird vorerst nicht aufgelöst

CSM Corona Brașov ist in der vergangenen Woche einer Auflösung vorerst entkommen. Der im vergangenen Jahr neu gewählte Bürgermeister der Anti-Korruptionspartei hatte zuletzt eine Analyse der bereitgestellten öffentlichen Gelder sowie deren Verwendung bei dem städtischen Verein veranlasst – der insbesondere für seine Eishockey- und Frauen-Handballabteilung bekannt ist. Schließlich kam dieser zu der Auffassung, dass die Fußballabteilung zu wenig Anerkennung unter den Einwohnern hat und dementsprechend nicht die hohe Finanzierung durch die Stadt rechtfertigen kann. Konservative und Sozialdemokraten stimmten allerdings gegen den Antrag der Anti-Korruptionspartei, sodass CSM Corona mindestens die laufende Saison noch zu Ende spielen wird.

Im besten Fall würde könnte die Fußballabteilung im Mai dann den Aufstieg in die 2. Liga feiern, wo die Mannschaft zuletzt 2012/13 spielte. Dass die nächste Spielzeit noch unter dem Dach des städtischen Sportvereins ausgetragen wird, scheint nach aktuellem Stand allerdings eher unwahrscheinlich. Der Kronstädter Bürgermeister Allen Coliban stellt sich gleichwohl nicht gegen eine Fußballmannschaft, sondern entsprechend den Idealen seiner Anti-Korruptionspartei für einen professionell geführten Klub, der keine öffentlichen Gelder verschlingt. „Ich denke, dass das von bestimmten lokalen Verwaltungen in Rumänien vertretene Modell, den Sport zur Verbesserung des eigenen Ansehens einzusetzen und schließlich öffentliche Gelder für ungerechtfertigte Aufwendungen auszugeben, nicht das richtige ist“, so Allen Coliban.

Aktuell spielt neben CSM Corona auch der von Fans geführte SR Municipal Brașov sowie der Ausbildungsverein Kids Tâmpa Brașov in der dritten Liga. Während CSM Corona noch ohne Niederlage an der Tabellenspitze steht, kämpft SR Brașov um den zweiten Platz und die damit verbundene Teilnahme an den Aufstiegsspielen. Der Verein bezieht sich mit dem Kürzel „SR“ auf Steagul Roșu Brașov (1958-1980).

Von den Konservativen wurde zuletzt die Idee eines nach Vorbild des SR Brașov geführten Klubs lanciert, der ebenfalls an die Fußball-Historie der Stadt anschließen soll – und zwar den FC Brașov. Denn Steagul Roșu firmierte ab 1990 als FC Brașov. Mit kurzen Unterbrechungen spielte der Klub die längste Zeit seiner Geschichte in der ersten Liga, musste nach dem Abstieg am Ende der Saison 2013/14 allerdings im Frühjahr des folgenden Jahres die Insolvenz anmelden und wurde schließlich aufgelöst. Die hinter dem SR Brașov stehende Fanvereinigung „Liga Suporterilor Stegari“ zeigte sich gleichwohl wenig erfreut über die Vereinnahmung durch die Konservativen.

Unirea Alba Iulia muss nach Zlatna ausweichen

In der anstehenden Rückrunde der 3. Liga wird Unirea 1924 Alba Iulia (9. Gruppe) seine Heimspiele in Zlatna (Kleinschlatten) austragen, was die Begegnungen gegen Sănătatea Cluj (12.3.), Ocna Mureș (2.4.), Galda de Jos (16.4.) und Hunedoara (30.4.) betrifft. Zuletzt war der Klub aus der Hauptstadt des Landkreises Alba am 27. September 2018 für das Pokalspiel gegen FC Steaua Bukarest nach Zlatna ausgewichen. Die Stadt liegt knapp 40 Kilometer von Alba Iulia (Karlsburg) entfernt.

Im Stadionul Victoria-Cetate wird unterdessen die Leichtathletikbahn modernisiert. Die Arbeiten sollen mindestens sieben Monate dauern.

Turris-Oltul Turnu Măgurele hat sich vom Spielbetrieb der 2. Liga zurückgezogen

AFC Turris-Oltul Turnu Măgurele hat sich vom Spielbetrieb der 2. Liga zurückgezogen, dies gab der rumänische Fußballverband (FRF) am 5. Februar bekannt. Die Mannschaft belegte nach 14 von 21 Spieltagen der regulären Saison den 13. Platz. Zuvor war bekannt geworden, dass sich Mäzen Valentin Dragnea aus dem Verein zurückgezogen hat. Dragnea ist der Sohn des wegen Beihilfe zum Amtsmissbrauch inhaftierten ehemaligen Premierministers Liviu Dragnea.

Am 16. Februar hat der Verband nun entschieden, alle von Turnu Măgurele bereits ausgetragenen Spiele zu streichen. Gewöhnlich werden die Ergebnisse nur dann gestrichen, wenn eine Mannschaft sich vor Abschluss der Hinrunde vom Wettbewerb zurückzieht. Da in dieser Saison allerdings keine Hin- und Rückrunde ausgespielt wird, musste eine separate Entscheidung getroffen werden. Besonders ärgerlich ist die Annullierung der Spiele für Universitatea Cluj, die vom sechsten auf den elften Platz zurückgefallen sind. Statt den Klausenburgern steht nun Petrolul Ploiești auf einem Qualifikationsplatz für die Aufstiegsrunde.

Turris-Oltul Turnu Măgurele war erst 2017 aus Voința Saelele hervorgegangen und erhielt nach dem Aufstieg in die 3. Liga massive finanzielle Unterstützung durch die Lokalverwaltung. Turnu Măgurele ist eine Kleinstadt mit knapp 25.000 Einwohnern und damit die drittgrößte Stadt im Landkreis Teleorman. Die Gemeinde Saelele liegt rund 20 Kilometer nordwestlich.

Noch als Voința Saelele gelang im Jahr 2017 durch zwei Siege gegen CS Strehaia der Aufstieg in die 3. Liga. Als Voința Turnu Măgurele belegte die Mannschaft dann in der Saison 2017/18 den dritten Platz hinter Petrolul Ploiești und FCM Alexandria. Im Sommer 2018 erfolgte dann der Umzug von Saelele nach Turnu Măgurele, wo gerade das neue Städtischen Stadion fertigstellt worden war. In der Spielzeit 2018/19 gelang schließlich der Sprung in die 2. Liga, wobei Verfolger FC Universitatea Craiova um 12 Punkten distanziert wurde. Im vergangenen Jahr vergab Turnu Măgurele dann im letzten Spiel der Aufstiegsrunde gegen Rapid Bukarest den Durchmarsch in die 1. Liga. Amir Jorza traf für Rapid erst in der sechsten Minute der Nachspielzeit zum 1:1-Ausgleich, der allerdings auch den Bukarestern nicht mehr genügte, denn um noch den Relegationsplatz zu erreichen, hätte die Mannschaft gewinnen müssen.

Wetten gegen den eigenen Verein: Spielmanipulationen zwischen krimineller Energie und Notwendigkeit

Für den 21. Dezember 2016 war im rumänischen Fußball-Ligapokal die Begegnung zwischen ASA Neumarkt und ACS Temeswar angesetzt, das erste Halbfinal-Hinspiel in einem beinahe bedeutungslosen Wettbewerb. Bei zweistelligen Minusgraden hatten sich nicht mehr als 200 Zuschauer im Stadion eingefunden. In Erinnerung blieb das Spiel lediglich aufgrund einer Gelben Karte gegen einen Spieler der Gastmannschaft.

In der 62. Minute erzielte Octavian Drăghici das zwischenzeitliche 1:2 für Temeswar. Nachdem er den Ball am Schlussmann der Gastgeber vorbeigelegt hatte, drehte er nach links weg, lief in Richtung Spielfeldrand und zog sich vor einer Fernsehkamera das Trikot zum Jubeln aus. Diese Art ein Tor zu feiern ist seit 2004 seltener geworden, denn damals entschied das International Football Association Board, ein Gremium, welches Änderungen der Fußballregeln berät und beschließt, das das Ausziehen des Trikots zukünftig mit einer Gelben Karte bestraft werden soll. Nackte Oberkörper gibt es seither nur noch nach wirklich wichtigen Toren zu sehen.

Bereits unmittelbar nach dem Spiel tauchten vermeintliche Fotos von zwei Wettscheine auf, deren einzige Wetten auf eine Gelbe Karte gegen den Spieler Octavian Drăghici liefen. Einsatz jeweils 1.000 Lei, Gewinn insgesamt 5.000 Lei. Zu öffentlich bekannten Ermittlungen durch den Fußballverband kam es allerdings nicht. Möglicherweise hatte sich Drăghici sein Trikot tatsächlich vor Freude über den Kopf gezogen. Doch im Oktober 2018 sprach Radu Birlică, der Präsident der Temeswarer, mit der „Gazeta Sporturilor“ über diesen Vorfall. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Alles, was ich in letzter Zeit gehört habe und generell alles über Wetten in Rumänien, ist weitgehend korrekt. Ich habe von diesem Schein gehört, er war irgendwann eine Diskussion. Ich weiß, dass auch Trainer Ionuț Popa informiert wurde. Wir haben allerdings entschieden, den Spieler zu behalten. Wir sind mit 14 Minuspunkten gestartet und er hat uns in der zweiten Hälfte der Saison dabei geholfen, den Abstieg zu verhindern.“

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SSC Farul Constanța und der lange Arm der Sozialdemokraten

In Konstanza spitzt sich ein Konflikt zu, der das Ende eines Fußballvereins bedeuten könnte. Der in die zweite Liga aufgestiegene SSC Farul Constanța wurde kurz vor Beginn der neuen Saison seines Stadions beraubt und eine bereits zugesicherte Finanzierung durch die Stadtverwaltung wurde zurückgezogen. Die Ursache für den Konflikt und auch die verschiedenen Interessen sind nicht ganz klar, doch im Mittelpunkt scheint ein lukratives Bauprojekt zu stehen. Die Protagonisten: die organisierten Fans des SSC Farul Constanța, Ex-Nationalspieler Ciprian Marica und die Sozialdemokratische Partei.

Der langjährige Erstligist FC Farul Constanța zog sich im Sommer 2016 aufgrund finanzieller Schwierigkeiten aus der zweiten Liga zurück und wurde in der Folge aufgelöst. Zur gleichen Zeit gründeten organisierte Farul-Fans den „Asociația Suporter Spirit Club Farul Constanța“, welcher zur Saison 2016/17 eine Mannschaft für die viertklassige Kreisliga meldete. Schon im ersten Jahr gelang dem Verein der Aufstieg in die 3. Liga, in der vergangenen Saison folgte der Aufstieg in die Zweitklassigkeit. Unterstützt wurde der Club zuletzt mit 2,1 Mio. Lei durch die Stadt Konstanza. Eine bereits zugesicherte Folgefinanzierung, die sich bei einem Aufstieg in die 2. Liga sogar noch erhöhen sollte, wurde während der letzten Stadtratssitzungen am 26. und 31. Juli gar nicht erst als Antrag eingebracht.

Zwei Tage zuvor, am 24. Juli, entschied das Ministerium für Jugend und Sport (MTS) das Farul-Stadion mit einem Regierungsbeschluss der Stadt Konstanza zu übertragen. Den Mietvertrag zwischen dem SSC Farul Constanța und dem Ministerium hatte der scheidende Farul-Präsident Adrian Pitu kurzfristig gekündigt. „Um es klar zu sagen, zu diesem Zeitpunkt gibt es keinen Vertrag zwischen SSC Farul und der DJTS Konstanza (Kreisdirektion für Jugend und Sport). Das Ministerium kann keinen neuen Vertrag mehr unterzeichnen, da es das Stadion an das Rathaus von Konstanza übergeben wird“, erklärte ein Regierungsbeamter gegenüber der Sportzeitung „ProSport“.

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